Katzenelend bleibt ein ungelöstes Problem
Der Nationalrat hat gestern eine Motion zur Eindämmung der unkontrollierten Vermehrung von Streunerkatzen abgelehnt. Bereits im Mai 2025 war ein Vorstoss für eine nationale Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hauskatzen gescheitert. Aus Sicht des Schweizer Tierschutz STS sind diese Entscheide bedauerlich. Denn das Problem herrenloser und verwilderter Katzen besteht weiter.
Katzen gehören zu den beliebtesten Heimtieren der Schweiz. Gleichzeitig leben nach aktuellen Schätzungen rund 220’000 herrenlose oder verwilderte Katzen in unserem Land. Viele dieser Tiere leiden unter Krankheiten, Parasiten, Verletzungen oder mangelnder Versorgung. Die Ursachen dieses Problems sind seit Jahren bekannt. Dennoch bleiben wirksame Fortschritte aus.
Kastrieren und registrieren
Der Schweizer Tierschutz STS beobachtet mit Sorge, dass die Zahl herrenloser Katzen weiterhin hoch ist. Eine zentrale Ursache ist die unkontrollierte Vermehrung nicht kastrierter Katzen. So können rasch neue Katzenkolonien entstehen. Für die betroffenen Tiere bedeutet dies oft ein Leben unter schwierigen Bedingungen. Gleichzeitig stossen Tierheime und Tierschutzorganisationen bei der Versorgung und Vermittlung von Katzen regelmässig an ihre Grenzen.
Der STS setzt sich deshalb seit Jahren für die Kastration von Freigängerkatzen ein. Kastrationen sind die wirksamste und tierfreundlichste Massnahme, um unerwünschten Nachwuchs und damit verbundenes Tierleid nachhaltig zu verhindern. Gemeinsam mit seinen Sektionen ermöglicht der STS schweizweit Kastrationsaktionen, insbesondere bei herrenlosen, verwilderten und Bauernhofkatzen.
Ebenso wichtig ist aus Sicht des STS eine nationale Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen. Gechippte und registrierte Tiere können ihren Halterinnen und Haltern einfacher zugeordnet werden. Dies erleichtert die Rückführung entlaufener Katzen, stärkt die Verantwortung der Tierhaltenden und schafft bessere Voraussetzungen, um das Problem herrenloser Katzen wirksam anzugehen.
Wie es jetzt weitergeht
Nachdem entsprechende Fortschritte auf nationaler Ebene vorerst gescheitert sind, rückt die kantonale Ebene stärker in den Fokus. In mehreren Kantonen gibt es Bestrebungen für verbindlichere Regeln zur Kennzeichnung und Registrierung von Katzen. Der STS prüft deshalb, wie er solche Entwicklungen gemeinsam mit seinen Sektionen unterstützen und begleiten kann. Fortschritte in den Kantonen könnten dazu beitragen, praxistaugliche Lösungen zu etablieren und längerfristig auch einer nationalen Regelung wieder Auftrieb zu geben.
Für den STS bleibt klar: Wer das Katzenelend in der Schweiz nachhaltig reduzieren will, muss auf Prävention setzen. Kastrieren, chippen und registrieren gehören zusammen. Auch nach den jüngsten Entscheiden im Nationalrat wird sich der STS deshalb weiterhin für politische Fortschritte und mehr Verantwortung in der Katzenhaltung einsetzen.
